Was ist praktische Psychologie und warum sie jeder braucht

27 Mai, 2021 | Artikel, Psychologie

Wenn man als Laie den Begriff „Psychologie“ hört, ist es leicht, ihn mit abstrakten oder verschwommenen Ideen zu verbinden. Verstaubte Konzepte aus früheren Jahren oder schlichtweg eingebrannte Karikaturen.

Aber was macht die Psychologie überhaupt wirklich? Was ist sie?

Wikipedia sagt uns, dass Psychologie in der genaueren Definierung die „Lehre von der Seele ist“. Alternativen für Seele wären „Leben“, „Lebenskraft“, oder auch „Geist“. Die Lehre des Geistes also; die Lehre von dem, das uns lebendig macht, uns wortwörtlich be-geist-ert.

Also schonmal gar nicht so verkehrt, oder? Durchaus eine sehr geist-reiche Idee, sich mit dem zu befassen, das einen selbst so individuell zu machen- und uns als Menschen von allen anderen uns bekannten Lebewesen zu unterscheiden scheint.

Ein Unterfangen, das dem Schleifen eines massiven Rohdiamanten gleicht, den man nach langer und mühsamer Suche entdeckt hat. Raffinieren, verschönern und letztendlich wertvoller machen. „Potenzialentfaltung“ wäre sicherlich ebenfalls ein zutreffender Begriff. Etwas, von dem jeder von uns nur profitieren kann und das jeder für sich beanspruchen und wollen würde.

Psychologie im Alltag (?)

So weit, so gut. Nun muss man sich jedoch fragen, an welchen Punkten und wie oft wir überhaupt mit der Psychologie in Kontakt kommen? Ist sie tatsächlich ein zentraler Bestandteil unserer alltäglichen Leben? Und ohne lange nachzudenken, würde jeder von uns schnell zur Antwort kommen, dass dem kaum bis gar nicht so ist.

Die allermeisten gehen tagtäglich durchs Leben, ohne je wirklich viel zu hinterfragen, ohne sich Gedanken über psychologische Themen und u.U. sogar Probleme zu machen.

Man könnte meinen, dass ein jeder mehr oder weniger die Einstellung angenommen hat „Solange alles funktioniert, muss auch nichts geändert werden.“ Und nur, wenn dann mal etwas wirklich schiefläuft, fängt man an, sich gegebenenfalls ein wenig Gedanken zu machen. Zweifelsohne ist es dann jedoch bereits viel zu spät…

Der Mangel an eigenen psychologischen Handels- und Wandelskapazitäten ist schlichtweg zu gering, als dass wir entweder uns selbst oder andere wirklich effektiv aus einer psychologisch misslichen Lage ziehen könnten. Eine Gefühl der Unfähigkeit und Hilflosigkeit, das gut und gerne in vielen Verzweiflung und Leid jeglicher Art hervorrufen kann.

Eine der zahlreichen Situationen, die dann dazu führen kann, dass man sagt oder gesagt bekommt „Ich glaube, du brauchst professionelle Hilfe.“, „Besuch doch mal einen Psychiater oder Therapeuten.“, „Ich kenn da jemanden, der dir waaahnsnnig gut helfen kann!“ etc., etc.

Und auch wenn die betroffene Person einen solchen Rat vielleicht dankend aufnehmen mag, ist es noch eine ganz andere Geschichte, ob und wann sie eine solche Hilfestellung wirklich annehmen und umsetzen wird.

Und selbst wenn sie es dann tun sollte und tatsächlich klassisch-professionelle Hilfe in Anspruch nimmt, ist dies auch wieder mit einer Menge Aufwand, Zeit und ganz sicher Kosten verbunden. Kurzum: Man bezahlt nun exponentiell für all die Jahre und nicht genutzten Möglichkeiten, sich selbst ein fundiertes und effektives Verständnis seiner eigenen Psyche anzueignen. Eine sehr teure Angelegenheit.

Enter Self-Help

Und genau an dieser Stelle ist es, an der die praktische Psychologie ins Spiel kommt. Das breite und weite Self-Help Genre, oder auch zu Deutsch die „Hilfe zur Selbsthilfe“, wie man so oft hört. Ein Feld, das der Mission gewidmet ist, dem Menschen ein Sprungbrett zu verschaffen, mit dem er mit mehr Vertrauen und (Selbst)Kenntnis in den großen und tiefen Pool des Lebens eintauchen kann – ohne zu ertrinken zu drohen.

Nun mag man sich vielleicht fragen „Aber Jack, kann ich dann nicht auch einfach ein reguläres Psychologiebuch lesen? Was macht Self-Help dann so besonders?“. Eine ausgezeichnete Frage! Hier die Antwort:

Self-Help ist (bestenfalls und optimalerweise) eine gebündelte Form psychologischer Einsichten und Hilfestellungen, die beabsichtigt, auf praktische und lebensnahe Weise den Leser schneller auf ein bildlich stetig höheres Sprungbrett im Schwimmbad zu befördern.

Die praktische Psychologie, wie ich sie zu Deutsch gerne nenne, lässt zum allergrößten Teil das historische und streng akademische Füllmaterial raus, das sonst im wissenschaftlichen Feld der Psychologie anzutreffen ist. Self-Help macht ordinäre Psychologie schlichtweg lebendiger und nahbarer. Es erzeugt Begeisterung und Faszination daran, mehr über seinen eigenen Geist und das Wesen des Lebens zu erfahren; über all die Dinge, die einem sonst so oft verwehrt bleiben. Aber nicht mehr lange…

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